Was ist passiert?
Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments hat am 20. Juni den Entwurf der Urheberrechts-Richtlinie angenommen und damit den Weg für die Abstimmung in der Plenarsitzung am 4. Juli freigemacht. Nun ist es also an allen EU-Abgeordneten sich gegen das freiheitsfeindliche Gesetzesvorhaben zu entscheiden. Die Zeit wird knapp.
Upload-Filter auf Seiten wie YouTube, Facebook und Co. haben alle eines gemein: Sie agieren niemals so genau, wie es ein Mensch könnte. Dies hat zur Folge, dass häufig ebenfalls Inhalte entfernt werden, die zwar gegen das Urheberrecht verstoßen – jedoch unter dem Schutz des Zitatrechts stehen. Diese „Anfälligkeit“ kann als Vorwand genutzt werden, um Inhalte herauszufiltern, die nicht den eigenen Werten und Vorstellungen entsprechen.
Presseverlage werden künftig verpflichtet alle Links, die jemand auf ihre Inhalte setzt, in Rechnung zu stellen. Nachrichtenportale werden so zunichte gemacht. Nein zur Link-Steuer!
Die Uploadfilter bedeuten auch den Tod der Meme-Kultur. Urheberrechtlich geschütztes Material kann nicht mehr ohne kostenpflichtige Lizenzen verbreitet werden. Rettet unsere Meme-Kultur!
Die Zensur könnte schon sehr bald die kulturellen Normen des Webs, wie wir es kennen, auf den Kopf stellen. Upload-Sperren sorgen in Kombination mit fehleranfälligen Algorithmen dafür, dass selbst das Posten von Links künftig ein massives Problem darstellen wird. Derartiges wird sich vor allem auf Plattformen wie Twitter, Facebook, 9GAG und Co. zeigen. Um genau zu sein – höchstwahrscheinlich alle deiner Lieblingswebsites. Denn hier würden die Artikel 11 und 13 dafür sorgen, dass Verlinkungen und direkte Zitate geschwärzt oder sogar gänzlich am Hochladen gehindert werden.
Nur wenn möglichst viele Leute Bescheid wissen, können wir Druck auf das Parlament ausüben. Unterzeichne unsere Petition! change.org
In unserer Galerie findest du den Content den du suchst!
Kontaktiere deinen Abgeordneten! Du kannst deinen EU-Abgeordneten direkt kontaktieren um Ihm oder Ihr deinen Unmut über den Gesetzesentwurf zu zeigen. Persönliche E-Mails oder Telefongespräche erzielen oft eine sehr hohe Wirkung, denn Menschen, mit denen man sich direkt unterhält sind eher gewillt sich Umstimmen zu lassen. Alle nötigen Telefonnummern und E-Mail-Adressen findest du hier:
Du kannst deinem EU-Abgeordneten eine E-Mail schreiben, um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass du mit dem Gesetzesvorhaben nicht einverstanden bist. Alle nötigen Mailadressen und eine vorgefertigte Nachricht findest du hier:
Artikel 13 verlangt in der Praxis, dass fast alle Internetplattformen einen "Filterroboter" installieren, welcher automatisch alle hochgeladenen Inhalte überprüft. Dadurch wird die freie Meinungsäußerung übermäßig eingeschränkt, bevor überhaupt davon Gebrauch gemacht werden kann. Entscheidung über die Zensur von Inhalten wird fehleranfälligen und überempfindlichen Algorithmen (die so programmiert sind, dass sie "auf Nummer sicher gehen" und alles löschen, was im Zweifel ein Risiko für die Plattform darstellt) überlassen.
Im Leistungsschutzrecht (Artikel 11) wird festgelegt, dass zukünftig Inhalte bestimmter Informationsanbieter einem konkretisierten Presserecht unterliegen. Dies bedeutet, dass schon zitierte Texte als Urheberrechtsverstoß deklariert werden könnten. Ein großer Teil der Anbieter von Nachrichten im Netz wird davon betroffen sein, da so die Verwendung von externen Links und Verweisen eingeschränkt bzw. kostenpflichtig wird.
Auch die Forschung und der Fortschritt leiden unter Artikel 11. Künftig soll es Nutzern, wie unabhängigen Forschern, Journalisten, Privatpersonen und diversen Firmen vorenthalten werden, Text und Data-Mining zu betreiben. Dies hat einen verlangsamenden Effekt auf diverse Entdeckungen des öffentlichen Interesses zur Folge.